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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 11.07.2019

Minderung für mangelhafte Kabine auf Kreuzfahrtschiff?

Verspricht ein Reiseveranstalter auf einem Kreuzschiff eine Kabine mit „malerischem Meerblick“ und flanieren dann stattdessen Reisende vor dem Fenster, so stellt dies trotzdem keinen Reisemangel dar. Das hat das Landgericht Frankfurt entschieden (Az. 2-24 S 216/18).

Eine Reisende hatte eine Außenkabine der höchsten Kategorie gebucht, die laut Reiseveranstalter einen „malerischen Meerblick“ bieten soll. Dass Mitreisende vor dem Kabinenfenster ihr Sichtfeld kreuzten, wollte die Frau deshalb nicht hinnehmen. Leider ohne Erfolg. Wie das Landgericht urteilte, hätte ihr klar sein müssen, dass auch andere Personen auf dem Schiff mitreisen und diese ihr Fenster passieren können.

Allerdings wurde der Reisenden eine Preisminderung von 5 % zugesprochen, da die Betten in der Kabine ungünstig aufgestellt waren. Um ein Bett in der Kabine zu erreichen, musste entweder über das Bett des Mitreisenden gestiegen oder ein schmaler Spalt am Fußende genutzt werden. Dies war in den Augen der Richter ein Reisemangel.

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